Gerechtigkeit: noch so eine Erfahrung…
28. August 2009 at 10:13 4 Kommentare
Ich habe mir einst fest vorgenommen, nie schlecht über Menschen aus meinem direkten Umfeld zu sprechen. Auch über Verflossene möchte ich grundsätzlich nicht schlecht sprechen. Aus diesem Grunde möchte ich diesen Beitrag a) recht neutral halten und b) einfach mal so tun, als wenn es nicht um mich persönlich ginge.
Es ist jedoch eine kurze Geschichte, die thematisch genau zu meiner These passt:
Es gibt Gerechtigkeit. Immer. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Der folgende Beitrag ist etwas komisch verfasst – in der dritten Person (weil es mich ja nicht selbst betrifft…). Man störe sich bitte nicht daran.
Ein Freund von mir war einst viele Jahre glücklich verheiratet. Er führte eine gute Ehe, die von Respekt und Achtung geprägt war. Wie es oft leider so ist, bewegten sich die Interessen der zwei irgendwann nicht mehr in die selbe Richtung. Ist auch egal, wie es dazu kam, wichtig: Sie begann, ihn zu belügen und zu betrügen. Wie lang das Spiel ging, ist leider nicht überliefert und wird sich auch nie aufklären lassen. Ich bin überzeugt, es ging schon eine ganze Zeit.
Es kam also zum Showdown an einem Samstag Morgen, nachdem sie die vorherige Nacht erst gegen 2:30 “von einem Clubtreffen” zurück nach Hause kam. Sie beichtete, sie habe sich in einen anderen verliebt, sei auch schon mit ihm im Bett gewesen und erklärt hiermit die Ehe für gescheitert und möchte ausziehen. BUMMS. Aus heiterem Himmel. Ich weiss es genau, dass dieses aus heiterem Himmel geschah, waren die zwei doch erst vor zwei Wochen aus einem tollen Urlaub zurückgekommen und haben sogar noch drei Tage zuvor Möbel für die eheliche Wohnung angeschafft.
Der Mann war daraufhin am Boden zerstört und dachte, es ginge nicht mehr weiter. Alle Versuche, das ganze doch noch wieder gerade zu rücken, wurden komplett geblockt. Nein, der Neue sei der Mann der Träume, der genau das wiederspiegel, was sie sich immer gewünscht habe. Liebe sei zwar noch da für den Ehemann, aber es gebe eben einfach keine gemeinsame Zukunft mehr. Um es abzukürzen: es ging dann eines Tages auch um das liebe Geld. Nach einer kurzen Verhandlung wurden die zwei sich einig, welcher Betrag als sozusagen “Abstandszahlung” für die gemeinsam während der Ehe angeschafften Dinge von ihm zu zahlen sei. Hand drauf, Küsschen, alles erledigt.
Denkste.
Eine Woche später suchte sie dann das Gespräch mit ihrem gehörten Ehemann. Mit verschränkten Armen und ernster Mine sagte sie zu ihm: “Das Geld, dass Du mir zahlen willst, reicht mir nicht. Ich will das Doppelte. Wenn Du Dich nicht darauf einlässt, können wir die gesetzliche Karte spielen und Du musst mir Unterhalt zahlen. Ich habe mich anwaltlich beraten lassen und habe auch schon mal gerechnet, was Du mir zu zahlen hast.”
Überliefert ist, dass bei ihm dann im Kopf ein komischer Film ablief. Er dachte sich: SO. Sie zeigt also jetzt, nach all den Jahren doch noch ihr wahres Gesicht. Das wird sich rächen.
Nach einigem hin und her wurden sich die Zwei dann doch noch einig – irgendwo in der Mitte.
Er zahlte und war allein, sie bekam das Geld und hatte ihren neuen Supermann an der Seite.
Seine Freunde sagten ihm stets: “Pass mal auf, eines Tages wendet sich das Blatt. Das wird sich rächen.” Schönes Gerede, das in dem Moment nicht hilft, weil man meint, den Boden unter den Füßen verloren zu haben und das es ja sowieso keine Zukunft gibt und überhaupt….
Es dauerte dann jedoch nur wenige Wochen und ….. er hatte eine Neue. Eine Frau, die irgendwie (welch Erkenntnis nach all den Jahren) viel besser zu ihm passt. Was soll ich sagen: die beiden zogen zusammen und gut ein Jahr später war sie auch schon in freudiger Erwartung. Von dem Tag an, an dem er seine künftige Frau kennengelernt hat, war er einer der glücklichsten Menschen, die es gibt.
Dennoch: er musste wohl recht oft an seine “Ex” denken. Und bekam dann auch einen Anruf:
“Hast Du schon gehört ?? Dein Ex ist nicht mehr mit ihrem Kerl zusammen. Er hat sie verlassen, weil sie so geklammert hat. Außerdem wollte sie wohl auch schnell ein Kind und das wollte so schnell auch nicht.”
Wie sich herausstellen sollte, war sie gerade mal ein dreiviertel Jahr mit ihrem Typen zusammen. Das ist nun schon einige Zeit her. Seit dem läuft wohl nicht viel und sie scheint noch immer allein und auf der Suche zu sein. Das haben wir zumindest von verschiedenen Seiten gehört. Besonders gut soll es ihr dabei nicht gehen. Wie sie wohl gesagt hat “die schwerste Zeit ihres Lebens”. Selbst gewählt sag ich nur.
Ich denke, sie wird so manches mal neidvoll zu ihrem Exmann rüberschauen wollen und sieht, was er hat – und sie gern hätte. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn sie sich fair verhalten hätte. Ich bin davon jedenfalls überzeugt.
Jetzt mag der eine oder andere den Kopf schütteln und denken So ein Schwachsinn. Ja, vielleicht ist es Schwachsinn. Vielleicht aber auch nicht. Einfach meine These: Wer gut zu anderen ist, dem wird auch gutes wiederfahren. Und umgekehrt. Ich bin sicher kein Mensch der Kirche oder des Glaubens. Meine Lebenserfahrung hat mich aber gelehrt, dass es wohl doch so sein muss bzw. dass zumindest vieles für die These spricht, dass sich schlechtes Verhalten eines Tages rächt.
PS:
Mir steht es hier nicht zu, darüber zu urteilen, ob die Ehe überhaupt noch eine Chance gehabt hätte. Keine Ahnung, wahrscheinlich nicht. Das ist hier auch nicht der Punkt. Es geht einfach um das Thema Fairness.
Eintrag abgelegt unter Uncategorized. Tags: Ehe, Gerechtigkeit, Treue.
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1.
HHUTZ | 28. August 2009 um 19:54
Gut, es ist literarisch gesehen kein Klassiker! Nichts, was ich nicht schon einmal gelesen habe. Was es ja auch gar nicht sein muß!!!!!!!!!!!!!!! Will ich Klassiker lesen, dann kaufe ich mir auch ein richtiges Buch! Und der Autor schreibt selbst in seinem Tweet schnell runtergeschrieben! ABER: Es ist ehrlich geschrieben, bzw würde ich sagen arschehrlich geschrieben! Und man muß selbst interpretieren, was man aus diesem Blog zieht! Das mag ich!
2.
kaihamburg | 28. August 2009 um 20:16
Danke für den Kommentar. Ja ich weiß, ich muss noch etwas lernen – bin kein Grisham. Nächstes mal vielleicht
3.
utzinhh | 20. September 2009 um 18:49
Vielleicht hat es mir dehalb einfach gut gefallen!
4.
Rari | 30. August 2009 um 13:02
Das ist Karma. Funktioniert immer wieder, auf verschiedenste Art und Weise. Find ich super.