Wie alles begann

31. Mai 2009 at 17:39 Hinterlasse einen Kommentar

1982 – ich war damals 15 Jahre alt, ging es los:

“Was willst Du eigentlich mal werden ?” Tja, keine Ahnung… Ein Job, der mit Menschen zu tun hat sollte es sein und an der frischen Luft wollte ich mich auch bewegen können. Nicht so ein Sesselpupserjob, bei dem man kein Tageslicht zu sehen kriegt. So kam ich zu meinem Traumjob Schiffsmakler. Man bedenke: in den frühen 80ern haben sich die Schiffsmakler schön die Taschen vollgestopft. War mir egal, ich wusste es auch nicht mal. Die Tatsache, dass der Job gut lief hatte aber für mich eine einfache Folge: ich fand keine Lehrstelle. Mit einem durchschnittlichen Realschulabschluss (es deutete zumindest alles darauf hin, dass ich nicht dem besten Abschluss hinlegen werde), haben die paar Makler in Hamburg, die für mich in Frage kamen, mir nicht gerade die Bewerbungsunterlagen aus den Händen gerissen.

Was nun ? Mein Onkel war Steuerberater, ein in meinen Augen langweiliger aber immerhin ehrbarer Beruf. Und mein Onkel war ja auch sehr nett, von daher kann der Beruf nicht so schlecht sein. Praktikum, bei dem ich tagtäglich damit beschäftigt war, Kaffee zu kochen und irgendwelche Pseudo-Zahlen zu “analysieren” – von denen ich wusste, dass sich kein Mensch für das Ergebnis interessiert. Man wollte mich einfach nur beschäftigt sehen. Den Beruf fand ich dann ziemlich schnell schlicht und einfach scheisse.

Mein Problem war jedoch: ich wollte unbedingt aus der Schule raus, um eigenes Geld zu verdienen. Ich bekam so wenig Taschengeld von meinen Eltern, dass es mir nicht möglich war, mit meinen Kumpels, die auch noch zur Schule gingen, ansatzweise mitzuhalten. Nun waren meine Eltern nicht arm oder so, sie meinten einfach nur, ich würde mit dem Geld auskommen müssen. Aus heutiger Sicht ein fataler Fehler, den ich bei meinem Kind sicher nicht wiederholen werde. Hätte ich nämlich anständiges Taschengeld erhalten und die Möglichkeit bekommen, auch mal etwas länger wegzugehen, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, die Schule schon mit 16 zu beenden.

Realschulabschluss war damals okay, heute ginge damit wohl wirklich nicht mehr viel. Es vergeht aber kaum ein Tag, an dem ich mich ärgere, nicht doch weiter zur Schule gegangen zu sein.

Und so kam es dann dazu, dass ich mich bei einer großen Bank beworben habe. Nicht, weil ich ganz dringend in eine Bank wollte, sondern weil das eine bequeme Möglichkeit war, eine Lehrstelle zu kriegen: mein Vater arbeitete seinerzeit zufällig in der Bank und so war es nicht ganz so schwierig, eine der begehrten Lehrstellen zu bekommen.

Ich beendete also meine Schule im Sommer 1983 und begann im August meine Lehre. Der erste Tag wird mir immer in Erinnerung bleiben. Gerade aktuell muss ich oft an die Zeit denken und muss feststellen: schon damals war klar: ich werde nie ein Banker.

Fortsetzung folgt…

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Letzter Arbeitstag Der erste Arbeitstag: 1983

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